Aktionswochenende 1.0

Liebe Genossinnen und Genossen,

Wir melden uns zurück von einem mehr als erfolgreichen und aktiven Wochenende.
So sind wir bereits Freitagabend aufgebrochen und haben uns gemeinsam bei dem ein oder anderen Getränk auf die uns bevorstehenden Aufgaben vorbereitet und eingestimmt.
Nachdem wir uns am nächsten morgen zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlichster Vereinigungen und Parteien, sowie Einzelpersonen vielfältiger Orientierungen zusammen vor dem Bürgerzentrum in Waiblingen eingefunden hatten, begann eine von interessanten Redebeiträgen durchsetzte, lautstarke Protestaktion gegen die sich langsam ansammelnden AfD-Mitglieder. Als der Parteitag der AfD begonnen hatte und alle Rednerinnen und Redner ihre Ausführungen beendet hatten, zogen wir geschlossen los richtung Stadtzentrum. Mit lauten Sprechgesängen konnten wir auch während des Deomstarionszuges noch Interessierte mobilisieren.
Leider wurde die Abschlusskundgebung vom Wetter in Mitleidenschaft gezogen und mussteein recht zügiges Ende finden.


Demonstranten zeigen Flagge
verregnete Abschlusskundgebung

Von Waiblingen machten wir uns ohne große Umschweife und Zwischenpausen auf den Weg nach Frankfurt,
wo sich Antifaschistinnen und Atifaschisten, Parteimitgliederinnen und Parteimitglieder, Flüchlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer und eine ganze Menge an nicht kategorisierbaren aktiven und/oder interessierten Antirassistinnen und Antirassisten aus aller Herren Länder zu einem Aktionstag unter dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus“ versammeln und vereinigen wollten. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass sich deutlich mehr Menschen eingefunden hatten, als wir angenommen haben. Unserer Meinung nach ein sehr gutes Zeichen. mit ungefähr Achthundert anderen begannen wir also Sonntag früh den Austausch von Erfahrungen und Ideen. Nur geringfügig nach Themen sortiert, schwiffen doch die Gespräche immer wieder ab und man war sich im Schlusspladoyer schliesslich einig, dass eine Vernetzung gegen jede Form von Rasissmus und Faschismus von Vorteil und vonnöten sei.


Die im Konsens verfasste Erklärung hier im ganzen:

Aufstehen gegen Rassismus – Deine Stimme gegen die AfD!

Fast täglich greifen Rassisten und Rassistinnen Flüchtlingsheime an, islamfeindliche Übergriffe nehmen zu. Erschreckend viele Menschen beteiligen sich an fremdenfeindlichen und rassistischen Demonstrationen während rechte Parolen zunehmend in den Alltag dringen.

Einen wesentlichen Anteil an dieser Stimmung hat die „Alternative für Deutschland“ (AfD). Sie verbreitet rassistische Vorurteile und hetzt insbesondere gegen Geflüchtete. Sie stellt Flucht und Zuwanderung als enorme Bedrohung dar und schürt gezielt Ängste vor „Überfremdung“ und „dem Islam“. Die AfD benutzt nationalistische und völkische Ideologie, um soziale Unzufriedenheit rassistisch aufzuladen und rechte Scheinantworten zu propagieren. Sie wird zunehmend zum Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und antimuslimische Hetze und hat sich an vielen Orten zum Zentrum der extremen Rechten entwickelt.

Wir wollen verhindern, dass Rassistinnen und Rassisten Raum für ihre Hetze bekommen. Wir wollen nicht zulassen, dass die AfD mit ihrer rechten Ideologie weiter an Einfluss gewinnt. Deshalb werden wir uns der AfD überall entgegenstellen, ob auf der Straße oder in den Parlamenten.

Wir sind viele, die aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und politischen Traditionen kommen. Wir werden weiterhin Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Denn Asyl ist Menschenrecht. Wir werden uns stark machen für gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen. Denn unsere Alternative heißt Solidarität.

Aufstehen gegen Rassismus heißt in den nächsten Wochen und Monaten:

* Wir wollen der rechten Hetze eine bundesweite, antirassistische Aufklärungskampagne entgegen setzen. Dazu wollen wir innerhalb des nächsten Jahres 10.000 Stammtischkämpferinnen und Stammtischkämpfer ausbilden.

* Wir setzen auf die Aktivität von Vielen. Wir wollen Hilfestellung geben, selbst aktiv zu werden und sich zu vernetzen. Wir wollen Material produzieren und öffentliche Aktionen gemeinsam umsetzen. Damit sichtbar wird: Wir sind viele. Rassismus ist keine Alternative!

* Wir unterstützen die Proteste gegen den AfD Programmparteitag in Stuttgart am 30. April 2016. Wir begrüßen den Uni-, Schul-, Azubi-Streik des Bündnisses Jugend gegen Rassismus am 27. April 2016.

* Wir rufen dazu auf, sich an den Menschenketten des Bündnisses Hand-in-Hand gegen Rassismus am 18. und 19. Juni 2016 in Berlin, Bochum, Hamburg, Leipzig und München zu beteiligen.

* Wir tragen unsere Positionen gegen den Rassismus und Islamhass der AfD in die kommenden Landtags- und Kommunalwahlkämpfe und unterstützen Proteste gegen die Auftritte der AfD.

* Wir wollen am 3. September 2016 in Berlin im Vorfeld der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit einer Großaktion, z. B. einer Kundgebung und einem Konzert, ein klares Zeichen zu setzen: Wir überlassen den Rassisten nicht das Feld. Wir stehen auf gegen Rassismus. Wir laden zivilgesellschaftliche Akteure und Bündnisse ein, mit uns gemeinsam eine solche Großveranstaltung vorzubereiten und durchzuführen.

* Wir setzen uns dafür ein, im ersten Halbjahr 2017 mit vielen anderen ein bundesweites Großereignis zu organisieren, um auch im Wahljahr deutlich zu machen: wir stehen an der Seite der Geflüchteten, der Muslime und aller anderen, die rassistisch diskriminiert und bedroht werden.